Sommerlager 2007

Programm:
Die Erderwärmung heizte uns dieser Tage dermaßen ein, dass man den Hirnschmalz beim verdunsten belauschen konnte. Diverse Netzaggregate – davon war auch der Ventilator nicht ausgeschlossen – sorgten für äquatoriales Raumklima, welches einen in den Wahnsinn hätte treiben können. Nun sind wir aber glücklicher Weise mit der Nachbarschaft der Spree gesegnet, welche sich mehrmals am Tag einem Arschbombenteppich ausgesetzt sah. Die Unternehmungslust an sich litt nicht wirklich darunter, sie verlagerte sich lediglich von den Projekten auf Vergnügungsspielchen am PC. Erstaunlicherweise schafften einige dieser Projekte den Sprung vom Reißbrett, wobei andere wieder am Hosensaum hängen blieben. Für diejenigen, welche trotzdem ein Schaffenserlebnis haben wollten, boten sich in der gut ausgestatteten Werkstatt nebenan unbegrenzte Elektronikbastelmöglichkeiten – auch wenn es den einzigen AG-ler dort mehr wegen der Raumkühle hin verschlagen hatte.

Was ließ die Hitze auch anderes zu als stumpfe Ballerspielchen, wenn da nicht die Lagerleitung tausend andere Sachen mit uns vorgehabt hätte. Einem Funsportfest mit professionellem Luftballon-Aufblase-Marathon (überhöhte Promillewerte wurden zum Glück nur bei zwei Personen nicht festgestellt) folgte eine Paddelbootsafari mit Großhavarie und schweren Materialverlusten – löblicherweise wurde die Gewerbeschifffahrt durch die treibenden Wracks und um ihr Leben rufenden Ertrinkenden nicht belästigt.

Sehr gebessert hat sich dieses Jahr die kulinarische Versorgung, da wir inzwischen über einen Elitekoch-Azubi verfügen, welchem gleich zu Anfang klar gemacht wurde, dass die Zubereitung von Klumpengrießbrei oder Rosenkohlgerichten mit Spülmaschinenarrest nicht unter vierzig Grad quittiert werden würde. Und wem die Fähigkeiten unseres Chefkochs nicht reichten, der kam am Plätzchenabend, welcher von optimistischen Zungen als Pizzaabend angekündigt wurde, auf seine Kosten. Beim Abschlussgrillen ließen wir uns dann doch lieber wieder von massenorientierter Nahrungsaufnahme verführen. Unser Chefkoch hatte seine Sache dermaßen gut gemacht, dass dem vorangegangenen Blähungszauber am nächsten Tag Bauch-Bubu und Darm-Aua folgten.

Spätestens nachdem gelangweilte Kinderhände aus dem (letzten und am meisten lieb gehabtesten!) Netzteil im Elektronikraum heftige Raucheffekte zauberten, war klar: Nächstes Jahr kommen wir alle wieder!

Projekte:

  • Fortgestaltung des Computermuseums
  • T-Shirt-Druck
  • Elektroinstallationen
  • Gestaltung eines Kalenders über Lübbenau
  • Erstellung eines Werbefilms für ein Unternehmen
  • Sommerlager-Video
  • Sommerlager-Zeitung

PS:
Aus Gründen, die dem Redakteur nicht bekannt sind oder nicht einleuchten wollen, griffen wir dieses Jahr auf das James-Bond-Motto zurück. Mein vom Wetter begünstigter Vorschlag für Rekrutenspielplatz “Little Vietnam” wurde aus pädagogischen Gründen verprellt.

Marvin Richter